Der ADAC hat im aktuellen Kindersitz-Crashtest zwei Modelle abgestraft:
- Britax Römer Baby-Safe Pro: Betroffen sind Schalen, hergestellt zwischen dem 26. Dezember 2025 und dem 30. September 2026. Nutzt die offizielle Rückrufaktion des Herstellers.
- Axkid Minikid Core: Axkid hat den Verkauf gestoppt, es gibt einen freiwilligen Rückruf. Besitzer können den Sitz kostenlos gegen den Minikid 4 Pro tauschen.
Beide Sitze erfüllten die gesetzlichen Zulassungsvorgaben nach der UN-Regelung 129. Händler durften sie deshalb verkaufen. Der ADAC prüft jedoch strenger. Sein Frontalaufprall orientiert sich an den anspruchsvollen Crashtests für Neuwagen (Euro NCAP). Dabei wirken deutlich höhere Kräfte als bei der gesetzlichen Zulassung.
Babyschale Britax Römer: Gurt öffnete sich im Test
Bei dieser Babyschale öffnete sich in der flachen Liegeposition beim Aufprall das Gurtschloss. Die Wucht des Aufpralls schleuderte den elf Kilo schweren Dummy aus der Schale. Der ADAC bewertet den Schutz deshalb als „mangelhaft“.
Das gilt allerdings nur, wenn ihr die Babyschale in Liegeposition auf der Vario Base 5Z nutzt. Steht die Schale aufrecht auf der Basis, schützt sie im Test gut. Wird die Schale mit dem Dreipunktgurt des Autos angeschnallt, hält das Schloss in beiden Positionen.
Reboarder Axkid Minikid Core: Stützfuß löste sich
Auch der rückwärtsgerichtete Axkid Minikid Core zeigte im Versuch erhebliche Schwächen. Die Gutachter bauten den Sitz in Liegeposition ein und prüften ihn mit einem 23 Kilo schweren Dummy.
Beim Aufprall rutschte der Sitz nach vorn. Das Kunststoff-Untergestell prallte gegen den Stützfuß und entriegelte ihn. Zudem brach die Sitzschale am Gurtschloss. Das Schloss riss heraus, das Becken des Dummys schnellte nach oben. Der ADAC maß außerdem hohe Kräfte an der Halswirbelsäule. Hätte der Dummy den Vordersitz oder Innenraum getroffen, wären die Verletzungen noch schwerer ausgefallen.
Prüft jetzt, ob euer Kindersitz vom Rückruf betroffen ist, und folgt den Hinweisen des Herstellers. Registriert den Sitz dafür über das Online-Formular von Axkid und gebt die Kennung vom Produktetikett an. Ist der Sitz betroffen, tauscht ihn unbedingt um. Wenn ihr unsicher seid, ob euer Kindersitz richtig passt, lasst euch den Einbau in einer Fachwerkstatt oder im Fachhandel zeigen. Selbst der beste Sitz schützt nur optimal, wenn er richtig eingebaut und eingestellt ist.
Ein schlechtes Testergebnis verpflichtet Händler nicht automatisch dazu, den Sitz zurückzunehmen. Wer online gekauft hat, kann den Sitz meist innerhalb der gesetzlichen Frist zurückgeben. Zudem habt ihr Gewährleistungsrechte, wenn der Sitz Mängel aufweist. Nutzt in jedem Fall die Rückrufaktion der Hersteller.


